Günstig reisen (Geld sparen in Jamaika – Teil 2)

By Frank | all

Feb 22
Wer sich in Jamaika kostengünstig fortbewegen möchte, kommt um öffentliche Verkehrsmittel nicht herum. Wir erklären euch, welche Verkehrsmittel zur Verfügung stehen und was es zu beachten gilt.
 
Taxi ist nicht gleich Taxi!
 
Charter (schnell aber nicht unbedingt günstig):
So kennt man es von zu Hause – der Fahrgast steigt in ein Taxi und teilt dem Fahrer mit, wo es hin gehen soll. In Jamaika sollte beim Chartern der Fahrpreis jedoch UNBEDINGT vorher ausgemacht und auch erst beim endgültigen Erreichen des Ziels beglichen werden. Die Preise variieren je nach Entfernung und Verhandlungsgeschick. Das Chartern stellt jedoch in der Regel die teuerste Art der Fortbewegung dar. In manchen Fällen ist es allerdings durchaus sinnvoll. Nach Einbruch der Dunkelheit ist es nicht ratsam, sich außerhalb seiner Unterkunft zu Fuß fortzubewegen.
 
Route Taxis & Busse (günstig, aber nicht unbedingt schnell):
In Deutschland und auch anderen Ländern bieten Gemeinden und Städte bisweilen den Dienst des AST (Anruf-Sammel-Taxi) an. Diese verkehren auf den gängigen Buslinien zu festen Uhrzeiten außerhalb der Hauptverkehrszeit, in der ein nahezu leer fahrender Omnibus höhere Kosten verursachen würde als ein Personenkraftwagen.
 
Das Route Taxi in Jamaika hat hier gewisse Ähnlichkeiten. Jeder Fahrer operiert auf seiner eigenen Route mit festgesetzten Preisen, an die er sich halten muss. Nur in den seltensten Fällen wird versucht, zu betrügen. Ist eine Strecke populär und frequent genutzt, kommen neben Route Taxis auch Vans und Busse verschiedener Größe zum Einsatz. Was jedoch nicht existiert sind verbindliche Abfahrtszeiten (außer beim Knutsford Express). Die Fahrzeuge setzen sich erst dann in Bewegung, sobald sie voll genug, bzw. übervoll sind. Die großen Nachteile der öffentlichen Verkehrsmittel sind also der nicht selten auftretende Mangel an Komfort und die langen Wartezeiten.
 
„One stop, driver!“ – wer nahe genug an seinem Ziel ist, signalisiert mit diesem Satz seinen Wunsch auszusteigen. Auf den Routen gibt es zwar verschiedene Haltestellen und Ziele, die aber nicht unbedingt immer brauchbar sind. Gleichermaßen könnt ihr jederzeit in ein Route Taxi oder einen Bus aufspringen, wenn dieser an euch vorbei fährt. Der Fahrer signalisiert in der Regel bereits aus der Ferne durch Hupen, dass noch Plätze verfügbar sind. In vielen Fällen hält er auch an und spricht vermeintliche Fahrgäste direkt an.
 
Übrigens:
Das Suchen und Finden passender Verbindungen zum gewünschten Zielort ist zum Teil einfacher als in unseren organisierten Gesellschaften. Auch wenn es mitunter von A nach B keine direkte Verbinung gibt und umgestiegen werden muss, kümmern sich die Fahrer und Schaffner darum, dass ihr zur rechten Zeit in das richtige Fahrzeug kommt oder geben zumindest Auskunft.
 
Ein Beispiel: Die Route von Montego Bay nach Negril führt über das Küsten-Dorf Lucea. Eine direkte Verbindung öffentlicher Verkehrsmittel konnte ich währrend meiner Aufenthalte nie ausmachen. Wenn ihr in den Busbahnhof von Montego Bay hinein lauft, kommt sehr wahrscheinlich gleich jemand auf euch zu und fragt, ob ihr nach Negril wollt. Angekommen in Lucea werdet ihr entweder gleich vom nächsten Fahrer oder Schaffner abgeholt oder euer aktueller Fahrer weist euch den Weg dorthin. Es ist in den meisten Fällen wirklich sehr einfach.
 
Noch eine Anmerkung zum Chartern: Ihr könnt jederzeit ein noch leeres Route Taxi chartern. Meistens werden euch die Fahrer sogar fragen, ob ihr chartern möchtet. Sollte das der Fall sein, haltet euch an das weiter oben Beschriebene.
 
Mit dem Route Taxi direkt zur Unterkunft: Sollte euer Guest House, Hotel, etc. nicht direkt auf der Straße liegen, auf dem das Route Taxi verkehrt, könnt ihr den Fahrer darum bitten, einen Umweg zu machen und euch direkt vor die Haustür zu fahren. Gerade bei Dunkelheit ist das sehr ratsam! Für diese Abweichung von seiner Hauptrute wird er in der Regel einen kleinen Aufpreis berechnen, den ihr am Besten kurz vorher ausmacht.
Chaos & Entertainment: Die Öffentlichen sind also bestrebt, so viele Passagiere wie möglich zu transportieren, was wie bereits geschildert etwas nervig werden kann. Ein Erlebnis ist es jedoch immer. Manchmal streiten sich die Busfahrer oder „Schaffner“ (fast jeder Bus hat einen) um jeden einzelnen Fahrgast – es geht schließlich um Umsatz. Oftmals entbrennen sogar hitzige Streitereien, die sich dann aber als Showeinlage herausstellen und allen Beteiligten zur Unterhaltung dienen. Zwei Schaffner, die jeweils am linken und rechten Arm des Fahrgastes ziehen und versuchen, ihn in sein Vehikel zu lenken sind ein wahrhaft köstlicher Anblick.
 
Schließt Freundschaft mit den Fahrern!
Auch unter den Taxifahrern gibt es sehr viele offene und freundliche Menschen, die sich gerne mit euch unterhalten, sich austauschen und zudem auch verantwortungsbewusst und sicher fahren. Das lässt sich leider nicht von jedem Fahrer behaupten. Es ist deshalb durchaus sinnvoll, einen freundschaftlichen Kontakt mit verschiedenen Fahrern zu pflegen, denen man bereits vertraut. Lasst euch die Mobilnummern geben und ruft sie an, wenn ihr chartern möchtet oder wenn sie euch während der Fahrt auf ihrer Route an eurer Unterkunft abholen sollen. Jeder weitere Kontakt, jede weitere Fahrt fördert Vertrauen und Freundschaft. Oftmals bekommt ihr Sonderpreise oder sie verlangen keinen Aufpreis für kleinere Umwege.
 
Vermeidet „illegale“ Verkehrsmittel!
Nach wie vor sind einige Fahrer unterwegs, die (noch) keine offizielle Lizenz zur Personenbeförderung besitzen. Hierbei handelt es sich natürlich nicht per se um Verbrecher, die versuchen werden, euch auszurauben oder gar schlimmer. Dennoch ist es ratsam, private Fahrer zu umgehen. Ein offizielles öffentliches Verkehrsmittel lässt sich am roten Kennzeichen-Schild erkennen.
 
 
Weiterführende Links:
Hier findet ihr Route Taxi Preise von 2013: http://www.ta.org.jm/content/route-taxi-fares
Die Gebühren steigen zwar von Jahr zu Jahr, zur Orientierung sollten die Listen allerdings dienlich sein.

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