Günstig essen & trinken (Geld sparen in Jamaika – Teil 3)

By Frank | all

Mrz 14
Wie ihr bereits in den letzten Artikeln zum Thema „Geld sparen in Jamaika“ erfahren habt, lassen sich viele schöne und authentische Erfahrungen gerade dann machen, wenn man nicht den üblichen Weg des „Hotel-Urlaubers“ geht, sondern einen Blick über den Tellerrand hinaus wagt.
 
Wo wir schon beim richtigen Thema wären – nämlich dem Essen. Wer sich für gesunde und natürliche Ernährung begeistert, wird in Jamaika ein Schlaraffenland vorfinden, die Insel zeigt sich jedoch regelmäßig auch von einer ganz anderen Seite: Jamaika ist ähnlich wie die USA eine Fastfood-Nation und Fettleibigkeit ein weit verbreitetes Problem. Laut eines Artikels des „Jamaica Observer“ litten im Jahr 2016 sage und schreibe 60 Prozent der erwachsenen Bevölkerung an Übergewicht.
 
Ein Angebot an ungesundem Essen ist demnach reichlich vorhanden. In diesem Artikel möchten wir uns allerdings nicht auf die Schattenseiten der Ernährung und der damit verbundenen Folgen konzentrieren.
 
Wie lässt sich in Jamaika nun möglichst kostengünstig der Bauch voll schlagen?
 
Zunächst einmal sollte man offen dafür sein, sich auch außerhalb von gehobenen Restaurants zu ernähren und Orte suchen, an denen die Einheimischen speisen. Die Möglichkeiten sind vielfältig:
 
Cook Shops, Stände und mobile Verkäufer
 
Unter den vielen schönen Dingen, die es in Jamaika zu entdecken gibt, sorgen auch die Cook Shops für einen besonderen Charme. Die Gebäude befinden sich nicht selten unmittelbar am Wegesrand um es der Laufkundschaft einfach zu machen diese zu erreichen. Das Erscheinungsbild dieser kleinen Läden kann ganz unterschiedlich sein. Oft sind es mehr oder weniger professionell zusammen gebaute Hütten aus Holz und Wellblech. Das Essen dort ist aber in fast allen Fällen sehr lecker und vor allem günstig.
 
Erfahrungsgemäß werden die Mahlzeiten – egal ob zum Mitnehmen oder zum Verzehr vor Ort – in Boxen serviert. Die Preise für die kleine, mittlere und große Ausführung variieren je nach Wechselkurs und Ort zwischen zwei und vier Euro.
 

 
Angeboten werden verschiedene, überwiegend fleischhaltige Mahlzeiten wie Hühnchen (das berühmte Jerk Chicken) und Schwein, meist serviert mit Reis und Bohnen und / oder Rohkost-Salat. Manchmal bekommt man auch Pasta zur Mahlzeit serviert. Fisch-Freunde kommen auch nicht zu kurz und Vegetarier müssen sich dank der üppigen Vegetation glücklicherweise ebenfalls keine Sorgen machen. Wer sicher gehen will, dass er tatsächlich kein Fleisch oder Fisch serviert bekommt, sollte vor der Bestellung lieber noch einmal deutlich nachfragen. Neben dem standardmäßigen „Box-Food“ werden überdies auch leckere Suppen im Preisbereich von 50 Cent bis maximal 2 Euro verkauft. Auch Porrdige, also Haferbrei ist als kostengünstige Mahlzeit sehr zu empfehlen.
 
Strandverkäufer
Hier gilt es, ein bisschen auf die Preise zu achten, denn auf Touristen ausgerichtete Verkäufer berechnen nicht selten deutlich höhere Beträge. Jene Strände, an denen sich überwiegend Einheimische aufhalten bieten merklich günstigere Angebote. Ein Tipp diesbezüglich ist der „Dead End Beach“ in Montego Bay, der sich direkt an der Start- und Landebahn des Sangster International Airport befindet. Dort arbeitet seit 15 Jahren eine sehr nette Strandverkäuferin namens Veronica, die auf den Spitznamen „Fatty“ hört. Bei ihr bekommt ihr für faire Preise gutes Essen und Trinken.
 
Auch auf den Busbahnhöfen findet sich für den kleinen Hunger schnell eine passende Mahlzeit. Eine leckere Suppe, Knabberrein, Früchte und erfrischende Getränke sind schon ab unter einem Euro zu bekommen. Und das sind nur ein paar Beispiele aus der Vielzahl der Angebote.
 
Das nach meinem persönlichen Geschmack beste Essen gibt es bei den Rastafari. Sie kochen ihrer Religion und Lebensphilosophie entsprechend konsequent natürlich, also vegan und meist mit wenigen bis gar keinen Gewürzen, was dennoch erstaunlich gut sein kann. Zugleich sind die Mahlzeiten wie bei allen anderen Cook Shops relativ günstig und halten lange satt. Die Atmosphäre unter den Rastas lässt sich als sehr angenehm und interessant beschreiben, denn es gibt immer Themen über die nicht selten lautstark diskutiert wird („reasoning“). Da die Aufenthaltsorte bisweilen etwas versteckt und oft auch nicht ausgeschrieben sind, muss man einfach ein bisschen herumfragen. In der Regel wissen die meisten Leute, wo sich die „Rasta Places“ befinden.
 
Falls ihr euch in Kingston aufhaltet, rate ich euch, bei Dr. Spice vorbei zu schauen. Nicht nur ist sein Essen unglaublich lecker, er selbst ist einer der freundlichsten und herzlichsten Menschen, die ich jemals auf der Insel kennen gelernt habe. Hier gelangt ihr zu seiner Facebook Seite:

In Ocho Rios solltet ihr – sobald ihr euch auf dem Marktplatz befindet – UNBEDINGT nach Jah Marcus fragen! Er ist ein sehr vertrauenswürdiger, guter Mann, der schon seit Jahren einen kleinen Rasta Cook Shop betreibt und hervorragend kocht. Wenn ihr in beiläufig fragt, ob er Geschwister hat, werdet ihr euch wundern, wer sein leiblicher Bruder ist.
 
Selbst kochen ist in der Tat auch eine tolle und wenig kostenintensive Alternative. Viele Unterkünfte besitzen entweder Gemeinschaftsküchen oder kleine Kochnischen in den Zimmern. In den Scubadoc’s Apartments steht euch diese Möglichkeit selbstverständlich auch zur Verfügung.
 
 
Zutaten für euere eigenen jamaikanischen Mahlzeiten findet ihr im Supermarkt oder auf dem lokalen Marktplatz. Dort sollte man sich ein bisschen Zeit lassen, vergleichen und nicht beim erstbesten Verkäufer zuschlagen. Nicht selten gibt es preislich große Unterschiede. Schnäppchen sind immer dann zu machen, wenn ein Verkäufer seine Ware schnell loswerden möchte. Praktisch ist hierbei, dass die Preise gerne wiederholt laut ausgerufen werden, sodass man nicht Gefahr läuft, aufgrund seines Daseins als Ausländer mehr zu bezahlen, was durchaus auch passieren kann. Wenn ein Verkäufer seine Preise nicht ausruft oder per Schild mitteilt, könnt ihr unauffällig, beispielsweise im Vorbeigehen beobachten, was andere Käufer pro Pfund oder Einheit bezahlen.

 
Ein Tipp für den kleinen Hunger zwischendurch: Nicht Müllers Milchreis, sondern junge Kokosnüsse, auch bekannt als Wasserkokosnüsse. Diese genialen Früchte haben gleich mehrere Vorteile. Sie löschen Durst, sorgen für ein angenehmes Sättigungsgefühl über Stunden hinweg und verhindern Bluthochdruck. Schon ab circa 80 Cent könnt ihr eine Frucht erwerben.
 
Ein eine kleine Prise Fastfood lassen wir zum Ende dieses Artikels nun doch einfließen, denn wer Jamaika kennen möchte, sollte zumindest einmal die so genannten „Patties“ probiert haben. Das sind wohl schmeckende Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen, wie zum Beispiel Hühnchen, Gemüse, Soja, Shrimps, Speck und so weiter. Der bekannteste Anbieter auf der Insel heißt Juici Patties und ist in jedem größeren Ort zu finden. Hier kommt ihr direkt zum Menü: http://juicipatties.com/menu/. Vegetarier aufgepasst: Ihr müsst davon ausgehen, dass in der Käse-Variante auch Fleisch sein kann. Entscheidet euch lieber für die Teigtasche mit Soya, wenn ihr sicher gehen möchtet! An dieser Stelle erübrigt sich fast zu erwähnen, dass diese Mahlzeiten nicht sehr teuer sind.
 
Unter den Gebäck-Stücken, die es in Jamaika zu erwerben gibt, gehört vor allem das „Festival“ zu den bekanntesten. Wir sprechen hier von Klößen aus Maisgrieß (englisch „cornmeal“), die in Fett heraus gebacken werden. Im Gegensatz zu den Patties handelt es sich also nicht um Füllungen in einem Mantel aus Teig. Sehr lecker, sehr zu empfehlen, sehr günstig!
 
Zusammengefasst kann also gesagt werden, dass Jamaika genügend Möglichkeiten bietet, sich auf gesunde aber auch ungesunde Art und Weise und für wenig Geld zu ernähren. Es wird sicherlich eine Weile in Anspruch nehmen, bis ihr ein Gefühl für die Preise bekommt und einschätzen könnt, ob ein Angebot günstig oder extrem überteuert ist. Danach aber seid ihr gewappnet für jeglichen Einkauf auf der Insel. Guten Appetit!

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