Fragen kostet nichts? Falsch! (Geld sparen in Jamaika – Teil 1)

By Frank | all

Feb 12
Es kommt natürlich ganz darauf an, WEN man fragt. Das Thema dieses Artikels lässt sich mit dem der Kriminalität in Jamaika vergleichen. Glaubt man den reißerischen Berichten, Reportagen und Statistiken, so könnte man meinen, das Land sei voller Verbrecher, und Touristen müssten außerhalb des Hotels um ihr Leben fürchten. Es sind eben die negativen Beispiele, die das Bild der Realität leider sehr oft verzerren.
 
Deshalb sei hier gleich zu Beginn darauf hingewiesen, dass die unten beschriebenen Situationen und Erfahrungen in keiner Weise die grundsätzliche Gesinnung und Mentalität des jamaikanischen Volkes widerspiegeln! Dieser kleine Artikel zeigt auf, in welche Situationen viele Touristen immer wieder kommen und wie man diese vermeiden kann.
 
Die meisten Einheimischen gehen einfach ihrem Alltag nach, ohne Dich mit besonders großem Interesse zu registrieren oder zu belästigen. Sprichst Du jemanden von Dir aus an, wirst Du in der Regel auf ein offenes Ohr und ehrliche Hilfsbereitschaft treffen. Kaum ein „normaler“ Passant wird versuchen, aus Dir Kapital zu schlagen. Auf der anderen Seite gibt es Personen, die, sagen wir, spezialisiert auf Touristen sind und versuchen, sich die Anwesenheit derer (auf manchmal negative Art und Weise) zunutze zu machen.
 
Du wirst erleben, wie Leute unaufgefordert auf Dich zukommen, Dir Dinge verkaufen möchten oder um ein „Trinkgeld“ bitten, also um eine Spende. Angst haben brauchst Du in einer solchen Situation nicht. Diese Gesellen sind manchmal etwas nervig, aber nicht bösartig. Ausgenutzt wird hier meist die Unwissenheit und der Mangel an Erfahrung von Neulingen auf der Insel. Aber auch erfahrenere Jamaika-Touristen finden sich immer wieder in unangenehmen Situationen wieder, in denen Geld für die unmöglichsten Dinge gefordert wird.
 
Bitte bedenke aber, dass nicht jeder, der „pro-aktiv“ auf Dich zukommt, Dir gleich Geld aus der Tasche ziehen möchte. Ich habe auch genügend Leute kennen gelernt, die mich kein einziges Mal angepumpt haben, auch wenn sie es nicht weniger nötig gehabt haben, als alle anderen.
 
Beispiel 1:
Auf dem Busbahnhof in Ocho Rios lief ich mit einer ungeöffneten jungen Kokosnuss umher. Ich suchte den Bus nach Montego Bay und wusste auch recht genau, wo ich diesen finden konnte. Ein netter Herr hängte sich an meine Seite, redete freundlich mit mir und bat mir nebenbei an, meine Kokosnuss zu öffnen, was ihm auch schnell gelang.
Kurz darauf waren wir am Bussteig angekommen – dank seiner Hilfe, so glaubte er. Für seine „Dienste“ hätte er gerne ein Bier. Soweit ich mich erinnern kann, bot ich ihm 100 JMD an (70 – 80 Cent). Das war ihm jedoch zu wenig. Es begann eine Diskussion.
Merke: Lass Dir keine Hilfe aufzwingen oder Dich freundlich davon überzeugen, dass Du etwas benötigst wenn das nicht der Fall ist. Lehne dankend ab und gehe weiter.
 
Beispiel 2:
Der Bus, der mich nach Port Antonio brachte, rollte gerade langsam durch die Stadt. Es fehlte nicht mehr viel bis zum Ziel. Ich bemerkte, wie mich draußen ein Mann sah und sofort durch die offene Tür des Busses aufsprang um die letzten paar Hundert Meter für eine kleine Plauderei mit mir zu nutzen. Als wir wenige Zeit später die Endstation erreichten, fragte er mich, in welcher Unterkunft ich wohnte. Ich verriet ihm das (Fehler!), woraufhin er mich dorthin begleitete. Natürlich nicht aus Freundschaft. Ich sollte ihn auf ein Getränk einladen, was ich ihm zusagte. Da ich zunächst erst einmal mein Zimmer beziehen wollte, kratzte ich mein letztes Kleingeld zusammen um meinen Teil des Deals einzuhalten. Statt sich dafür zu bedanken murmelte er nur „Das reicht nicht mal für einen Drink“. Ein paar Tage später traf ich in der Stadt wieder auf ihn. Er fragte mich, wie es mir erginge und teilte mir mit, er hätte nun gerne seinen Drink, den ich ihm versprochen hatte.
Merke: Wenn Du in der Lage bist, Deinen Zielort eigenständig zu finden und nicht begleitet werden, bzw. kein Geld dafür bezahlen möchtest, dann gehe alleine und sage das höflich, aber in aller Deutlichkeit.
 
Beispiel 3:
Auf der Suche nach einem „Blue Hole“ war ich mit meinem guten Freund Chris unterwegs. Er ist Deutscher und lebt seit 15 Jahren in Jamaika. Wir fuhren mit seinem Roller im Hinterland von Negril durch die Gegend. Die Suche gestaltete sich etwas schwieriger, als wir vermutet hatten. Wir hielten an und begannen uns durchzufragen. Ein Dorfbewohner kam auf uns zu und schlug vor uns gleich begleiten. „Danke, aber zeig mir einfach nur die Richtung. Du musst nicht mit uns kommen. Alles OK.“ sagte Chris.
Merke: Wenn Du Dir nicht ganz sicher bist, wo es lang geht aber trotzdem nicht gegen Bezahlung begleitet werden möchtest, frage einfach nach der Richtung.
 
Beispiel 4:
Das bei Hans Söllner Fans berühmte Snow Hill liegt ein paar Kilometer außerhalb von Port Antonio. In einer Bar fiel mir ein Brettspiel auf, welches mich augenblicklich interessierte. Ein Mann, der an der Bar gerade einen Rum (nach dem anderen) trank, sagte, er könne mir das Spiel erklären. Das würde er mir aber hinterher berechnen. Ich hielt das für einen Scherz, leider war es das nicht.
Merke: Fragen kostet sehr wohl Geld, wenn man die falschen Leute fragt. Das kommt allerdings nicht sehr oft vor.
 
 
Das waren nun ein paar Anekdoten die so oder so ähnlich passiert sind und auch Dir passieren können. Du wirst Deine eigenen Erfahrungen machen müssen und um etwas Lehrgeld nicht herum kommen. Mit der Zeit bekommt man allerdings ein ganz gutes Gespür dafür, wie gewisse Leute ticken, denn die Maschen sind immer wieder ähnlich und leicht durchschaubar. Viel Spaß beim Meistern dieser kleinen Herausforderungen!
 
 
 
#Geld sparen in Jamaika

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