„Ey whitey!“ – Von kulturellen Missverständnissen

By Frank | all

Feb 05
Das erste mal in einer völlig fremden Kultur – eine aufregende Sache.
Die Kultur eines Landes lässt sich nicht in wenigen Worten erklären und schon gar nicht pauschalisieren. Trotzdem existieren gewisse Umgangsformen und Verhaltensweisen auf die man während seiner Reise um die Insel immer wieder stoßen wird.
 
Auffallen wird dem Urlauber – sofern er reichlich Kontakt mit den Einheimische pflegt – dass Gegenstände, aber auch Personen so genannt werden, wie sie erscheinen (Farbe, Form, meistens das auffälligste Merkmal). Dies geschieht natürlich nicht nur gegenüber Fremden, sondern auch unter den Jamaikanern selbst.
 
Sehr häufig genutzt ist der Begriff „whitey“ (Weisser).
Läuft man die Straßen entlang wird einem häufig „ey whitey“ hinterher gerufen.
Ich musste mich zunächst auch erst einmal daran gewöhnen, ständig auf meine Hautfarbe reduziert zu werden (Rollentausch!?). In der Regel sind das aber Versuche zur Kontaktaufnahme und dienen nicht zur Beleidigung oder zu rassistischen Anspielungen.
 
Bei einem Kerl namens Teena, der unweit von Scubadoc’s Apartments lebt, heiße ich einfach nur „German“. Für einen Taxifahrer war ich „Foreigner“ und ein anderer Geselle nannte mich entsprechend des Aufdrucks auf meinem T-Shirt: Mr. „Sky Rider“. Meine liebste Strandverkäuferin in Montego Bay heißt „Fatty“ – ihr könnt euch sicher denken, warum. Sie selbst hat mit diesem Spitznamen übrigens kein Problem.
 
Denkt also bei eurer Rundreise um die Insel immer daran, dass die Bezeichnungen, die ihr von den Leuten bekommt, nicht böse gemeint sind. Gewöhnt euch daran, oder noch besser, benutzt sie selbst für euch und die Menschen, auf die ihr trefft.

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